Warum nehme ich nicht ab?

Es ist doch wie verhext: Man reißt sich beim Essen so zusammen – und verliert trotzdem kein Gewicht. Schuld sein können unerwartete Dickmacher. Versteckte Diät-Fallen und wie man sie umgeht.

1. Du mögst es fruchtig

Jahrelang predigten Ernährungsexperten, wir sollten viel Obst essen, Früchte machten schlank. Jetzt raten Diät-Profis wie Romy Dollé, Ernährungsberaterin aus Zürich, zum Umdenken: „Obst ist nichts anderes als aromatisierter Zucker!“, sagt sie. In ihrem aktuellen Buch „Früchtewampe“ erklärt sie: „Frisch gepresste Säfte oder Smoothies lösen, vor allem als Mahlzeitenersatz, eine starke Insulinausschüttung aus.“ Die Folge: Danach sinkt der Blutzuckerspiegel schnell ab, es kommt leichter zu Heißhungerattacken.
TIPP: Nehme Früchte und Smoothies nicht als Solo-Snack, sondern im Anschluss an eine Mahlzeit zu Dir. Und folge  ruhig dem Green-Smoothies-Trend: „Die blutzuckersteigernde Wirkung von Frucht-Smoothies lässt sich durch das Untermixen von Gemüse, Kräutern, Eiweiß (z.B. Eier, Trinkgelatine) und Fett (z.B. Kokosmilch) nachweislich senken“, so Romy Dollé.

2. Du achtest nicht auf Ihren Darm

Gut möglich, dass Millionen kleiner Diät-Saboteure in Deinem Körper stecken: Deine Darmbakterien. Einige Arten lassen uns dick werden, so Prof. Dr. med. Michaela Axt-Gadermann von der Hochschule Coburg, Autorin von „Schlank mit Darm“: „Firmicutes-Bakterien. Wer viele davon hat, nimmt pro Tag 250 zusätzliche Kalorien auf.“ Diätfreundlicher: Bacteroides lassen Kalorien einfach durchrutschen.
TIPP: Rege die Schlankmacher-Bakterien an durch Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Artischocken, Spargel, Chicorée, Topinambur. Auch Haferflocken, Reis und Kaffee (ohne Milch) können helfen.

3. Du hast zu viel Stress

Den ganzen Tag hetzt Du von einem Termin zum nächsten? „Kein Wunder, dass es mit dem Abnehmen nicht klappt“, sagt Prof. Michaela Axt-Gadermann. Bei Stress schüttet der Körper besonders viel Cortisol aus. „Dieses Hormon lässt den Blutzuckerspiegel ansteigen und begünstigt die Einlagerung von aufgenommener Energie in den Fettdepots der Bauchregion“, so die Expertin.
TIPP: Finde heraus, wie Du am besten Stress abbaust. Sport treiben, ein Buch lesen, Meditation? Egal, was es ist, Hauptsache, Du schaltest einen Gang runter und kannst im Alltag die Ruhe bewahren.

 

4. Du ißt häufig beim Italiener

Pizza, Pasta, Panna cotta: Ein Besuch im Ristorante füllt unsere Energiereserven nach einem anstregenden Tag lecker wieder auf – hat aber leider reichlich Kalorien. Brot mit Öl (406 kcal), Vitello tonnato (498 kcal), Lasagne (433 kcal), Tiramisu, 328 kcal), eine halbe Flasche Chianti (311 kcal): Alles in allem kommen Sie damit auf 1976 kcal. Dabei gibt es Restaurants, in denen Du einfach Kalorien sparen kannst.
TIPP: Gehe öfter mal zum Asiaten. Mit rund 922 Kalorien pro Mahlzeit liegst Du damit weit unter denen der Italo-Küche. Und: Zahle nicht mit Karte! Forscher der Cornell University, USA, fanden heraus: Wer im Restaurant bar bezahlt, wählt gesündere Mahlzeiten. Möglicher Grund: Wer Scheine abzählt, überlegt sich, ob sich ein üppiges Menü tatsächlich lohnt.

 

5. Du vertraust auf Süßstoff

Theoretisch kann man mit kalorienfreien Süßstoffen abnehmen. Wer beispielsweise täglich 4 Tassen Kaffee mit je 2 Löffeln Zucker trinkt und diese Menge Süßstoff ersetzt, spart im Jahr 37000 könnte 6,5 Kilo abnehmen. Eigentlich logisch, aber: das reicht nicht aus, um abzuspecken“, warnt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie. Auf Süßstoff reagiert der Körper nämlich anders. „Grund ist der ausbleibende Sättigungseffekt, der schürt den Heißhunger.“
TIPP: Am besten ist es, mit Rohrzucker, Ahornsirup, Honig oder Agavendicksaft zu süßen. Diese haben mehr Eigengeschmack, sodass man sie sparsamer verwendet und so Kalorien spart. Künstliche Süßstoffe dagegen bringen das Süßempfinden durcheinander. Wir brauchen immer mehr, um überhaupt noch süß schmecken zu können.