Warum die guten Vorsätze fürs neue Jahr nur von kurzer Dauer sind

Da sind sie wieder – meine 3 Probleme: 1) Reichlich Winterspeck angesetzt, 2) gute Vorsätze fürs neue Jahr ausgelobt und 3) keine Ahnung woher die Motivation für mehr Sport und gesündere Ernährung nehmen. So, oder so ähnlich geht es den meisten passionierten Nichtsportlern wieder einmal in diesen Tagen (manchen von uns Trainern und Therapeuten sicher auch). Entsprechend stürmen am Anfang eines jeden Jahres wohlgenährte Menschen die Fitnesstempel der Republik, um das schlechte Gewissen der Weihnachtsvöllerei zu beruhigen. Leider sind die meisten Vorsätze in der Regel nur von kurzer Dauer, ehe die Motivation wieder im Keller ist. Stellt sich also die Frage: Woran scheitern die gut gemeinten Vorsätze wirklich?

Um verschiedene Motivationen auf ihre Stärke und Nachhaltigkeit zu prüfen, starteten Forscher der University of Pennsylvania deshalb ein beachtliches Experiment: 800 Studenten wurden rekrutiert, um an einem 11-wöchigen Fitnessprogramm teilzunehmen. Über eine Website wurden allen Teilnehmern neben einem Online-Coaching zum Thema Fitness und Ernährung im Durchschnitt 8 unterschiedliche Fitnesskurse auf dem Uni-Campus angeboten. Wer nach Abschluss der Studie an den meisten Kursen teilnahm, wurde mit einem Preis ausgezeichnet. Was ihnen nicht gesagt wurde: Die Forscher teilten alle Probanden in vier verschiedene Gruppen eingeteilt. Überprüft wurden die Einflüsse durch Wettkampfsituation (Comparison) durch sozialen Kontakt in Teams ohne Wettkampf (Support), und durch eine kombinierte Methode mit sozialen Kontakten innerhalb eines Teams mit Team versus Team-Wettkampfsituation (Combined). Zusätzlich wurde eine Kontrollgruppe (Control) gebildet, die ebenfalls an allen Fitness-Kursen teilnehmen konnten, allerdings ohne Zugang zur Online Community der Studienwebsite.

Studie belegt: Kleine Wettkämpfe steigern die Motivation am besten

Dass die Kontrollgruppe nach 11 Wochen nicht besonders gut abschnitt, war zu erwarten. Unerwartet war allerdings, dass beide Wettkampf-Gruppen, sowohl individuell als auch im Team, 70% häufiger an Kursen teilnahmen als die Kontrollgruppe. Durchschnittlich absolvierten die Probanden der Wettkampf-Gruppen 1,9 Einheiten pro Woche, während in der Kontrollgruppe wöchentlich nur 1,1 Probanden an Kursen teilnahmen. Überraschenderweise schnitt die Support-Gruppe, die sich über eine Chat-Funktion auf der Website gegenseitig motivieren konnten, sogar schlechter ab als die Kontrollgruppe (1,0 Einheiten pro Woche). Dieses Phänomen erklärt sich das Forschungsteam durch die zunehmende Abhängigkeit von Social Media. Wenn Online-Kontakte ausbleiben, sinkt offenbar die Motivation es einzelnen.

Mit Motivation ins neue Jahr: Suche die Challenge, die zu Dir passt

Was aber macht einen Wettkampf so attraktiv? Wettkampf triggert den Wunsch, in der sozialen Hierarchie aufzusteigen. Durch den Vergleich mit anderen wird die Messlatte immer höher und höher gelegt. So kann sich jeder sich in sozialen Gruppen an Vorbildern orientieren und versuchen, zu diesen aufzuschließen. Take-Home-Message: Wenn Du durch intrinsische (aus Dir selbst heraus) Motivation nicht zum Ziel kommst, dann suche den Wettkampf. Konkurriere z.B. mit einem Trainingspartner oder einer Trainingsgruppe. Schließe Dich einer Fitness-Challenge an oder messe Dich mit eigenen, früheren Leistungen. Vielleicht zeigt sich Dein Sixpack dann schon vor dem nächsten Sommer. Gute Vorsätze brauchen eben die richtige Motivation – und den richtigen Gegner!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:

  1. Zhang, J., Brackbill, D., Yang, S. et al. (2016). Support or competition? How online social networks increase physical activity: A randomized controlled trial. In: Preventive Medicine Reports, Vol. 4, 453-458.
  2. Deutsche Trainer Akademie